Die Welt der Habanos



Eine Habano ist so vielschichtig wie Kuba selbst. Seit über 500 Jahren dient ausschließlich Tabaco Negro Cubano als bestes Rohmaterial für kubanische Zigarren. Das über die Generationen verfeinerte Wissen der Pflanzer hat auch das Endprodukt immer weiter verbessert, das in Hunderten von präzisen Handgriffen entsteht.

HECHO EN CUBA totalmente a mano ist in schnelllebigen Zeiten zum Inbegriff für höchsten Anspruch an Qualität geworden. Wer heute eine echte Habano genießt, der erfreut sich des Nonplusultra aus der Welt der Zigarren. Klicken Sie sich in Ruhe durch die Kapitel, um viel Wissenswertes über Habanos zu erfahren!

Reifegelagerte Habanos

Wenn ein echter Habanos- Liebhaber eine Zigarrenkiste kauft, schaut er zuerst auf den Stempel an der Unterseite der Kiste um herauszufinden, wann die Habanos verpackt wurden. Die wirklichen Kenner wissen, dass das Alter, ähnlich wie bei guten Weinen, den Geschmack und die Aromen beeinflusst.

Die Einlage-, Um- und Deckblätter, die gemeinsam eine Mischung ergeben, entwickeln sich langsam weiter, wenn sie in einer perfekten Umgebung gelagert werden. Begonnen hat alles zu dem Zeitpunkt, als die Blätter auf dem Arbeitsplatz des Torcedor zum ersten Mal zusammengetroffen sind. Feuchtigkeit musste hinzugefügt werden, um die Blätter geschmeidig zu machen, was wiederum eine letzte Fermentation hervorgerufen hat. Die fertigen Zigarren kamen danach ins escaparate für eine weitere Ruhezeit. Danach wurden sie mit Ringen versehen und in Kisten gepackt, welche mit Siegeln und einem Stempel versehen werden, der Auskunft über Monat und Jahr der Herstellung gibt. Von diesem Punkt an zählt das “Alter” einer Kiste, auch “Box Age” genannt. Auch in der Folge entwickeln sich die Zigarren langsam weiter. Wenn die Zigarren gut gelagert werden, zählen sie irgendwann zu den reifegelagerten (Aged) Habanos. Wie bereits gesagt, hat dies aber nichts mit einer zusätzlichen Lagerung der Tabakblätter zu tun.

Die idealen Bedingungen für die Reifelagerung von Habanos

Das wichtigste für eine Habano ist es, in ihrem ursprünglichen Zustand zu verbleiben, um Geschmack und Aromen entwickeln zu können, die ausgewogener und angenehmer sind als vielleicht zu dem Zeitpunkt, als man sie erworben hat. Eine konstante Temperatur ist ebenso wichtig wie ein gleichbleibendes Feuchtigkeitsniveau, damit ihre Aromen nicht verlorengehen, was beim Austrocknen sehr schnell geschieht. Um ein optimales Ergebnis bei der Lagerung zu erzielen, sind folgende Hinweise zu beachten:

  • Habanos sollten bei einer Temperatur von 16°C bis 18°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 65 bis 70% aufbewahrt werden, damit sich der Geschmack gleichmäßig entwickeln kann.
  • Der Ort sollte gut belüftet sein, damit unangenehme Gerüche schnell wieder verschwinden können.

Das Konzept der Reifelagerung

Es existieren keine festen Regeln, ab wann eine Habano als „reifegelagert“ oder „aged“, bezeichnet werden kann. Einige halten eine fünfjährige Lagerung für ausreichend, um die Bezeichnung reifegelagert zu verwenden, andere erachten eine Dauer von mindestens zehn Jahren ab der Verpackung für notwendig. Es gibt auch keine einheitliche Theorie darüber, wie sich der Geschmack einer Habano und einer Marke über die Jahre entwickelt. Viele Bücher und Artikel wurden darüber geschrieben, aber nichts ist individueller und ausschlaggebender als der eigene Geschmack und die jeweiligen Vorlieben, die ein Zigarrengenießer im Laufe der Zeit entwickelt. In einigen Ländern gibt es bei der Reifelagerung von Zigarren eine lange Tradition. Beispielsweise in England. Dort werden Zigarren grundsätzlich mindestens zwei Jahre gelagert, bevor man sie raucht. Es war auch der englische Importeur von Habanos, der 2008 das Alter für reifegelagerte Zigarren auf mindestens zehn Jahre festlegte, welche natürlich unter optimalen Bedingungen über die ganze Zeit hinweg gelagert werden müssen. Jede der Zigarren, die dieses Kriterium erfüllte, erhielt einen zweiten Ring mit dem Jahr ihrer Herstellung darauf. Vorausgesetzt, dass perfekte Lagerungsbedingungen vorhanden sind, kann sich jeder selbst eine Sammlung von Habanos anlegen und sie über einen größeren Zeitraum lagern. Es gibt Aficionados und Sammler, die Kisten mit Habanos aufbewahren, die fünfzig Jahre und älter sind. Manchmal wird ihre Geduld belohnt. Bei Versteigerungen haben Habanos schon Stückpreise von über $1.500 Dollar erzielt. Wie lange man eine Habano maximal lagern kann, ehe sie ihren Geschmack verliert, ist ein anderer, oft diskutierter Punkt. Sicherlich sind die Mischung und die Qualität der Tabake entscheidend und natürlich auch, wie konstant die Bedingungen über die Jahre hinweg erhalten blieben.

Das Box-Date

Der Datumsstempel befindet sich seit 1985 auf der Unterseite der Kiste. Den Datumsstempel der Kisten zu lesen, der seit dem Jahr 2000 benutzt wird, ist relativ leicht. Zwischen 1985 und 1999 jedoch benutzte man einen drei- oder vierstelligen Code. Von 1985 bis 1998 lautete das Codewort NIVELACUSO, wobei jedem der Buchstaben eine Zahl entsprach. Nach diesem System bedeutet beispielsweise der Aufdruck NISC folgendes: Die Buchstaben entsprechen den Zahlen 1297, was wiederum aussagt, dass diese Kiste im Dezember 1997 gefüllt wurde. LUC würde demzufolge heißen: 597, verpackt also im Mai 1997. 1998 änderte man das Codewort in CODIGUNETA. Ab diesem Zeitpunkt wurde es kompliziert. Denn die Reihenfolge der Nummern wurde verändert, so dass beispielsweise eine Kiste mit dem Aufdruck UNCC von Januar 1999 stammt.Im Jahr 1999 wurde ab Mai bis zum Ende des Jahres wieder ein vollkommen anderes System benutzt. Die Aufdrucke der zufällig gewählten Buchstaben und Ziffern lauteten wie folgt:

  • EP00 – May 1999
  • ES00 – June 1999
  • EU00 – July 1999
  • EA00 – August 1999
  • EO00 – Sept 1999
  • LE00 – Oct 1999
  • LL00 – Nov 1999
  • LR00 – Dec 1999

Ausgestattet mit diesen Informationen kann man über ein Vierteljahrhundert zurückgehen, um das Herstellungsdatum einer Zigarre herauszubekommen. Wenn sie den Wunsch haben, noch mehr über das Alter einer Zigarrenkiste zu erfahren, kann man zur Identifizierung weitere Aufkleber und Siegel hinzuziehen, wie auf Seite 73 schon ansatzweise beschrieben ist. Andernfalls sollten Sie einen Experten zu Rate ziehen, der Erfahrungen im Zigarrengeschäft oder als Sammler hat.

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